Do 07.06.2012 – 19 Uhr – „Fußball von Links selbstgemacht – Die Roten Sterne”

Der Rote Stern Nordost Berlin und der Rote Stern Leipzig treffen sich auf dem Podium um über Sport und Politik in der Praxis zu diskutieren. Start ist am Donnerstag den 07.06. um 19 Uhr im Haus der Fussballkulturen (Cantianstraße 25, auf dem Jahn-Sportstadion-Gelände). Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe „Fußball, Fans und das übrige Drumherum“ der Hellen Panke.

Mehr dazu: http://roter-stern-berlin.de/aktuell/do-07-06-19-uhr-fussball-von-links-selbstgemacht-die-roten-sterne/

Alle Termine der Veranstaltungsreihe “Fußball, Fans und das übrige Drumherum” findet ihr hier: http://roter-stern-berlin.de/newsletter/hellepanke.pdf

UNITED COLOURS – Antifa-Soccer-Cup 2012

Marienthal United 08 und der Jugendverein ‘Roter Baum’ Zwickau werden im Rahmen der Tage für Demokratie und Toleranz am 21. April 2012 ein Antifa-Streetsoccer-Cup veranstalten.

Die Idee dahinter ist folgende:
Fußball ist die meistverbreitete Sportart der Welt und gehört uns allen! Jeder hat das Recht, frei und ohne Angst Fußball zu spielen, zu schauen und über ihn zu reden. Mit dem Streetsoccer-Cup am 21. April in Zwickau wollen wir unserer Botschaft von Toleranz, Integration und Courage Ausdruck verleihen. Gleichzeitig verstehen wir die Veranstaltung als friedlichen Protest gegen Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie! Ihr seid herzlich eingeladen!

Also ganz praktisch betrachtet geht es nicht um viel mehr als um die „Goldene Ananas“. Den berühmten „Sechser im Lotto“ müsst ihr euch schon woanders besorgen. Neben Fairplay ist also auch der Spaß oberstes Gebot.

Der Straßenfußball (engl. streetsoccer) ist eine Alternative zum Fußballspiel, kann aber auch als eine eigene Sportart angesehen werden. Er wird meist auf öffentlichen „Straßenplätzen“ (Betonuntergrund) gespielt, woraus sich der Name ableitet. Straßenfußball ist vor allem in ärmeren Ländern (Afrika, Südamerika) sehr beliebt, da für seine Ausübung nur primitive Mittel erforderlich sind. So ist der Ball meist aus Lederresten gefertigt – die Tore werden oftmals durch Markierungen am Boden gebildet. Oft reicht schon ein Zaun oder eine Mauer als Spielfeldbegrenzung. Damit kann Straßenfußball in fast allen Regionen der Erde gespielt wurden und zählt wohl zu den beliebtesten Sportarten der Welt, obwohl es gar keine anerkannte Sportart ist. Nicht wenige Fußballer verdanken ihre Karriere dem Spielen auf der Straße, weil sie oft in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind.

Anmelden & weitere Infos bekommen, könnt ihr hier:
http://unitedcolours.blogsport.de/

Heute eröffnet Tatort Stadion in Berlin!

Wir laden Dich herzlich ein zur Ausstellungseröffnung am heutigen Montag, den 7. März ein.

um 18 Uhr bei GOAL, Ritterstr. 12-14, ÏMA Design Village, 10969 Berlin

u.a. mit:
- Martin Endemann (BAFF),
- Bernd Schultz (Präsident des Berliner Fußballverbandes),
- Stefanie Lohaus (Missy Magazine),
- Eren Ünsal (Leiterin der Landesantidiskriminierungsstelle),
- Tülin Duman (GOAL)

Ausstellungsdauer bis: 2. April 2011
Öffnungszeiten: Mo. – Sa. 11 bis 19 Uhr

mehr Infos zum Thema www.tatort-stadion.de

„Politischer Antisemitismus und die Protokolle der Weisen von Zion“

Antisemitismus ist ein umfassendes politisches Projekt. Sein wohl bedeutendstes Manifest sind die „Protokolle der Weisen von Zion“. Angeblich entlarven sie die Verschwörung einer Gruppe von Juden, die planen, die Weltherrschaft zu erobern.
Seit der ersten Veröffentlichung der Schrift im zaristischen Russland zu Beginn des 20. Jahr-hunderts wurde sie nahezu über den gesamten Globus verbreitet und in diverse Sprachen übersetzt. In der muslimischen Welt und in Russland werden die „Protokolle“ bis heute in großem Umfang vertrieben. Die „Protokolle“ sind ein zentraler literarischer Bezugspunkt anti-semitischer Welterklärung geblieben.
Der Vortrag befasst sich mit der Wirkungsgeschichte der Schrift im Kontext des Nationalsozia-lismus. Es kann behauptet werden, dass die Nazis ihre Legitimation zur Vernichtung der Juden aus den „Protokollen“ bezogen. Obwohl es zumindest zweifelhaft ist, dass Hitler selbst an die Echtheit der „Protokolle“ glaubte, verstand er es, die Schrift in sein Weltanschauungssystem zu integrieren und als Mittel der Massenbeherrschung zu instrumentalisieren. Zudem entdeck-te er im „jüdischen Welteroberungsplan“ eine Handlungsvorlage für die eigene Politik. Auch Hitler wollte die Welt beherrschen. Er erblickte in den Gedanken der „Weisen von Zion“ eine ihm verwandte Geistesart. Paradoxerweise sahen also Hitler und andere antisemitische Vor-denker die jüdische Weltverschwörung als Vorbild ihrer eigenen Ordnungsvorstellung. Sie hielten die „Weisen von Zion“ für die berufenen Staatsmänner des Massenzeitalters, von de-nen nicht-jüdische Politiker zu lernen hätten. Der Vortrag legt insofern die Ambivalenz des antisemitischen Judenbildes offen und verweist auf die enge Verbindung von Anti- und Philo-semitismus.

Wann: 19. November 2010 um 18.45 Uhr
Wo: Galerie der Amadeu Antonio Stiftung (Linienstraße 139 in 10115 Berlin)
Wer: Veranstaltet vom Roten Stern Nordost Berlin, gefördert von der project-factory-pankow

Roter Stern Cup 2010

Roter Stern Cup 2010 - Berlin

Am 03. Juli 2010 wird der Rote Stern Cup erstmals in Berlin ausgetragen. Wir werden einen Tag lang gemeinsam Fußball spielen, WM-Spiele schauen, Essen & Trinken und viele interessante Gespräche haben. Eingeladen sind alle bundesweit aktiven Roten Stern Vereine und die Kooperationspartner der Kampagne „love sports – hate neonazism“. Zugesagt haben neben Türkiyemspor Berlin, FC Internationale, THC Franziskaner und einigen TeBe-Fans, auch die Roten Stern Vereine aus Altenburg, Berlin, Flensburg, Halle, Hofheim, Leipzig, Lübeck, Pankow, Senftenberg, Wehringhausen und von den Eisbären.

In den Jahren 2007 und 2008 veranstaltete bereits der Rote Stern Altenburg den Roten Stern Cup, bevor er letztes Jahr leider ausfiel. Wir lassen diese mittlerweile kleine Tradition wieder aufleben und werden 2010 ein ereignisreiches Fußballturnier erleben.

Also schnürt die Töppen zusammen und kommt vorbei!

Los geht es um 10 Uhr im Stadion Buschallee, dem Ground der diesjährigen Organisatoren des Roten Stern Nordost Berlins. Vor Ort wird es auch nach der Siegerehrung um ca. 19 Uhr noch lange Musik und Sitzmöglichkeiten geben, sodass wir gemeinsam Breiten-, Linien-, Tanz-, Trink- und Diskussionssport pflegen können.

Plakat || Banner || Jingle

Friedliches letztes Saisonspiel des Roten Stern Lübeck

rsl-vfblii.jpgAls Highlight zum Schluss der Saison folgt Sonntag, dem 30. Mai 2010 das Spiel im Stadion an der Lohmühle gegen VfB Lübeck III.

Im Hinspiel kam es von Seiten einiger Hooligans, welche sich unter das Publikum des VfB mischten, zu verbalen Entgleisungen, einem Platzsturm und zu Flaschenwürfen gegen unsere Mannschaft, deswegen wurde dieses Spiel wegen Sicherheitsbedenken in das Stadion verlegt. Bundesweite Stadionverbote, von denen ein Grossteil der damaligen Randalierer betroffen sein dürfte, bleiben für diesen Tag bestehen.

Liebe Anhänger: Zeigt, dass wir es nicht nötig haben zu verbaler und körperlicher Gewalt zu greifen. Fussball ist friedlich. Der VfB hat in einem offenen Brief auch nochmal alle Fans aufgefordert, fair zu bleiben und deutlich gemacht, dass Ausschreitungen wie beim Hinspiel in keinster Weise erwünscht sind. Diese Meinung teilen wir selbstverständlich.

Die Saison geht mit vielen Höhen und einigen Tiefen zu Ende. Wir freuen uns, gleich in der ersten Saison nicht nur einem höherklassigen Club in der ersten Pokalrunde einen beachtlichen Fight geliefert zu haben (das Spiel ging nur 0:1 verloren), sondern auch die Saison mit… dem dritten Tabellenplatz in der Kreisklasse D beenden zu dürfen.

Erlebt den RSL in Bestbesetzung in Stadionathmosphäre, peitscht unsere Mannschaft nach vorne, in der Hoffnung, dem unangefochtenen Spitzenreiter und bereits feststehenden Aufsteiger VfB III seine zweite Saisonniederlage beizubringen.

Für die Anhänger des RSL ist der Block F reserviert, Eintritt: 1€, Anpfiff ist um 11:00 Uhr.

Einen offen Brief des Teams von VFB Lübeck an den Roten Stern könnt ihr hier nachlesen.

FORZA RSL!!!

Futsal-Turnier! Sonntag!

Diesen Sonntag, dem 30. Mai 2010 findet im Rahmen der Kampagne „love sport – hate neonazism“ von 10 bis 19 Uhr ein spontanes Futsal-Turnier statt! Jede Person die Lust hat zu soccen ist ganz herzlichst eingeladen. Anmeldung ist vor Ort zwischen 10 und 10.30 Uhr möglich, das erste Spiel beginnt 10.45 Uhr.

Einzelheiten entnehmt ihr dem Dokument

Hallenturnier am 3.4. in Berlin!

10-04-03-Flyer

Teilnehmen können alle Männer und Frauen im Alter von 13 bis 16 Jahren. Gespielt wird in gemischten Teams. Wenn ihr 5 Freunde mitbringt stellt ihr eine eigene Mannschaft, ansonsten kommt auch gern allein oder zu zweit, dann spielt ihr mit anderen gemeinsam!

Anmeldung vor Ort oder unter info@roter-stern-berlin.de

Die Siegerehrung wird gegen 15.30 Uhr sein! Es gibt die ganze Zeit über Musik und gute Laune…

7. April: Auf nach Brandis!

Für den 7. April ruft der Red Star Supporters Club (RSSC) zur Teilnahme an einer antifaschistischen Demonstration in Brandis auf! Die nach zwei Verhandlungen vom Sportgericht verfügte Neuansetzung der am 24. Oktober 2009 nach dem Überfall von rund 50 Neonazis auf Spieler, Fans und Vereinsvertreter_innen nach 2 Minuten abgebrochene Partie zwischen dem FSV Brandis und RSL wurde vom Fußballverband auf Mittwoch 7. April um 18.30 Uhr festgelegt. Nach langen Diskussionen haben Mannschaft und Verein beschlossen am 7.4. wieder in Brandis anzutreten – den Nazis wird das Spielfeld nicht überlassen! Aber dabei soll es nicht belassen werden! Schon um 17 Uhr werden sich zahlreichen Menschen am Bahnhof in Brandis zu einer antifaschistischen Demo einfinden und von dort gemeinsam zum Sportplatz laufen.

7.4. auf nach Brandis

Wir geben keine Ruhe
Nazi-Strukturen im Leipziger Umland aufdecken

Am 24.10.2009 wurde das Bezirksklassespiel zwischen dem FSV Brandis und Roter Stern Leipzig (RSL) kurz nach Anpfiff von Neonazis überfallen. Die Angreifer gingen brutal mit Holzlatten, Eisenstangen, Stahlprofilen, Steinen und Feuerwerkskörpern gegen die Fans, Vereinsvertreter_innen und Spieler des RSL vor. Während des Angriffs waren die RSL-Anhänger_innen auf sich selbst gestellt, glücklicherweise konnten die Sterne die Neonazis zurück drängen. Bei dem Angriff wurden drei Personen schwer verletzt, mehrere Personen erlitten leichte Verletzungen.

Die politische Motivation dieses Überfalls kann nicht abgestritten werden. Die Täter sind rechte Hooligans, Freefighter und bekannte Neonazis aus dem Muldentalkreis. Nicht zum ersten Mal: Immer wieder waren in dieser Saison bei Auswärtsspielen des RSL Neonazis zugegen und versuchten Spieler und Zuschauer_innen zu provozieren oder anzugreifen. Diese im Vorfeld des Spiels bekannte Sicherheitsproblematik wurde weder vom FSV Brandis, noch von der zuständigen Polizeidienststelle überhaupt zur Kenntnis genommen.

Ein Stern im Sumpf des „Unpolitischen“
Wir haben den Roten Stern Leipzig im Jahr 1999 als antifaschistisches Sportprojekt gegründet, weil wir einen Verein haben wollten, der anders ist. Wir hören nicht weg, wenn rassistische, sexistische, homophobe und nationalistische Aussagen auf dem Sportplatz fallen, sondern beziehen ganz klar dagegen Stellung. Der Verein organisiert sich selbstbestimmt, hierarchiefrei und basisdemokratisch.

Das Leipziger Umland
Die Neonazis sind im Leipziger Umland so aktiv wie lange nicht mehr. Tagtäglich kommt es hier zu Übergriffen oder Aktionen rechter Gewalttäter. Colditz, Mügeln, Wurzen, Delitzsch – die Liste lässt sich leicht verlängern. Neonazis schaffen sich mit Gewalt ihre Aktionsräume und werden nicht selten als „die netten Jungs von nebenan” beschrieben, sie sind Teil der örtlichen Gemeinschaft.

Die NPD sitzt mit 73 Abgeordneten in zahlreichen Kommunalparlamenten und baut derzeit gezielt Nachwuchsstrukturen auf dem Land aus. Unlängst wurden vier neue JN-”Stützpunkte” (Junge Nationaldemokraten, Jugendorganisation der NPD) in Delitzsch-Eilenburg, Torgau, Oschatz und Wurzen gegründet. Ein weiterer ist in Borna geplant.

Die Wenigen, die sich dort noch offen antifaschistisch positionieren, leben in ständiger Bedrohung. Ein Beleg hierfür ist die Situation in Delitzsch: Innerhalb von sechs Monaten setzten Anhänger von NPD, JN und „Freien Kräften“, einem Jugendlichen bisher sieben Mal schwer zu. Neben Bedrohung, Androhung von Entführung, „Hausbesuchen“ und Denunziation im Internet gab es gemeinschaftliche Körperverletzung und Hetzjagden durch vermummte „Freie Kräfte“.

Ebenso erging es dem Verein „Vive le Courage“ und den jungen Antifaschist_innen in Mügeln: Ihr Haus wurde im letzten Jahr mehrfach das Ziel von Angriffen. Das Soziokulturelle Zentrum “Vive le Courage” ist der einzige Treffpunkt nichtrechter Jugendlicher und zugleich Sitz des Vereins. Im letzten Jahr kam es regelmäßig zu Drohungen und gewalttätigen Übergriffen durch Neonazis auf nichtrechte bzw. antifaschistische Jugendliche und auf das Zentrum.

Die Opfer von neonazistischer Gewalt erfahren nur selten Solidarität und Unterstützung durch lokale Verantwortungsträger_innen. Wenn sie ausbleibt, so ist dies ein weiterer Baustein in den hegemonialen Bestrebungen der Neonazis.

Umso erstaunlicher ist es, wenn nach Übergriffen immer wieder eine Teilung der Gesellschaft in eine gedachte unproblematische „Mitte“ und „Extremist_innen“ vollzogen wird. Mit der Verortung der Täter_innen „außerhalb“ der gedachten „Mitte der Gesellschaft“ soll suggeriert werden, dass die Nazis von „woanders“ über die redliche Stadtgemeinschaft kamen und man selber ja „mit solchen“ gar nichts zu tun hätte. Dass es die vielbeschworene unproblematische „Mitte“ gar nicht gibt, wird nicht nur durch Studien regelmäßig belegt. Ideologien der Ungleichwertigkeit gegenüber Menschen und diskriminierende Einstellungen finden sich quer durch breite Teile der Bevölkerung und machen daher eine Einteilung in „Rand“ und „Mitte“ unmöglich. Die Täter sind nicht „die Fremden“ oder „Extremisten“, mit denen man nichts zu tun hat. Sie sind Söhne und Väter, Mütter und Töchter, Teil der Gemeinschaft, in welcher sie unbehelligt leben.

Gerade der Fall Brandis zeigt, wie problematisch der Umgang mit Neonazi-Übergriffen ist. Wenige Tage nach dem 24.10.09 verabschiedete der Brandiser Stadtrat eine Resolution unter dem Titel „Gegen Rechtsextremismus und Gewalt – Zeichen setzen: Für eine soziale, sichere und weltoffenen Stadt!” (Fehler im Original)

Hierin beklagt der Stadtrat nicht nur den „Rechtsextremismus“ in Brandis sondern auch das „offene Auftreten (…) linksautonomer Vandalen“. Wer sich hinter dem „Extremismusbegriff“ versteckt, verkennt die Lebensrealit舩en in der Stadt Brandis und im Leipziger Umland. Eine Gleichsetzung von „links“ und „rechts“ in einem Atemzug, und damit das Gleichsetzen antifaschistischen Engagements mit der Ideologie der alten und neuen Nazis, können, wollen und werden wir nicht hinnehmen!

Solange es nicht als problematisch empfunden wird, dass Neonazis, Rassist_innen und/oder NPD-Kandidat_innen in Vereinen aktiv sind, sei es als Spieler, Trainer oder Betreuer, wie im Fall des FSV Brandis zu beobachten, so lange es nicht problematisiert wird, dass sie auch hierüber ihre Strukturen ausbauen, ihre menschenverachtende Ideologie pflegen, Menschen angreifen, einschüchtern und jene, die sich dagegen engagieren bestraft werden, geben wir keine Ruhe! Wir wollen öffentlich machen, wie in der „bürgerlichen Mitte“ Neonazis leben und toleriert werden, wie eine Kultur des Wegsehens und Weghörens den Nährboden für nazistische Strukturen bietet und sie zur Normalität werden lässt.

Mit der Demonstration wollen wir unsere Solidarität mit den Menschen im Umland zum Ausdruck bringen, die nicht nur einmal zum Fußball dorthin fahren müssen, sondern die in diesen Landstrichen leben und politische Arbeit leisten.

Solidarität mit allen antifaschistischen Strukturen und Aktivisten_innen im Umland, sowie allen Betroffenen von rassistischer und neo-nazistischer Gewalt!

RSSC – Red Star Supporters Club

Neonazi-Überfall in Brandis

Die ersten und zukünftige Prozesse

Mittlerweile wurden 10 Anklagen gegen Neonazis, die am Überfall von Brandis beteiligt waren, erhoben. Teilweise werden die Anklagen in Leipzig am Amtsgericht (Termine siehe unten!), weitere am Amtsgericht Grimma (noch nicht terminiert) verhandelt.

Der erste Prozess fand am 25.02.10 am Amtsgericht Leipzig statt. Gegen den Angeklagten Erik K. erging das Urteil 2 Jahre und 2 Monate Haft. Der Angeklagte wurde zu Beginn der Verhandlung aus der Untersuchungshaft vorgeführt, in der er seit seiner Festnahme Ende November letzten Jahres saß. Unter Vorsitz der Richterin Ute Pisecki wurde die Beweisaufnahme geführt und nach Verlesung der Anklageschrift, in der K. vierfache gefährliche Körperverletzung sowie einmal versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wurden, äußerte sich der Angeklagte zum Sachverhalt.
Er sei zufällig, ohne Kenntnis des Gegners zum Spiel gegangen und schlussendlich aus Neugier in die Situation geraten, in der er, auf Fotos gut dokumentiert, ein großes Holzstück in die Reihen der Sterne-Fans und -Spieler wirft.
In umfangreichen Zeugenbefragungen, bei denen insgesamt 10 Personen gehört wurden, verdichtete sich für die Staatsanwaltschaft das Bild, das jede Zufälligkeit ausschloss: K. habe sich wissentlich in diese Situation hinein begeben, er hätte jederzeit andere Handlungsoptionen gehabt und folglich forderte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer aufgrund der vollumfänglich bestätigten Anklagepunkte 2 Jahre und 4 Monate Haft.
Strafschärfend fiel hierbei ins Gewicht, dass K. erst zwei Wochen vor dem Nachmittag in Brandis zuletzt vor Gericht stand und dort zu einer 6monatigen Strafe auf Bewährung verurteilt wurde. Diese wird nun mit dem neuerlichen Urteil ebenfalls aufgehoben werden. Auch berücksichtigte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung die Schwere der entstandenen Verletzungen, mit denen die Geschädigten noch lange Zeit zu tun haben werden und die sie immer an diesen Nachmittag erinnern werden. Der Verteidiger von K. behielt sich nach Verkündung des Urteils Rechtsmittel vor.

Auch der zweite Prozess ist bereits mit einem Urteil zu Ende gegangen. Nach zwei Verhandlungstagen wurde der Brandiser NPD-Kandidat Christian K. zu drei Jahren Haft verurteilt.

Neben den Anklagepunkten vom Brandis-Spiel, die identisch zu den Anklagepunkten aus dem ersten Prozess waren, wurde K. zudem wegen versuchter Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung beim Spiel FC Sachsen – Lok Leipzig am 23.08.09 angeklagt. Zweifelsfrei wieder erkannt und identifiziert wurde er einige Wochen später beim Spiel RB Leipzig – Lok Leipzig, bei dem er sich wieder in der Lok-Anhängerschaft aufhielt, an seiner auffälligen Gürteltasche einer bekannten Neonazi-Marke mit den Buttons „88“, „Good Night Left Side“, „Screwdriver“ und ob das alles noch nicht eindeutig genug sei trug er einen Button mit der Aufschrift „Nazi“. Diese Tasche trug er auch an dem Nachmittag im Oktober in Brandis.
Zu seiner Gesinnung traf der Angeklagte nur vage Aussagen. So sei seine Kandidatur „eine Wette“ gewesen und auch trotz der eindeutigen Accessoires lies er sich nicht hinreißen, sich selbst deutlich zu positionieren. Ganz schön feige, Herr K., was sagen nur Kumpels und Partei dazu??

Nach Anhörung von über 20 Zeugen kam die Staatsanwaltschaft dann zu der Überzeugung, dass sich die Vorwürfe auch in diesem Prozess bestätigt haben. Sie wurden zum Teil sogar von K. selbst eingeräumt, jedoch berief auch er sich immer wieder auf den Zufall, der ihm übel mitgespielt habe und überhaupt das Schicksal derer in den Händen zu halten scheint. Reflexion des eigenen Tatbeitrags jedenfalls lassen beide bisher verhandelten Angeklagten vermissen. Christian K. zumindest hat sich im Unterschied zu Erik K. in einer von ihm verlesenen Erklärung zu Beginn des 2. Verhandlungstages entschuldigt. Auch der Verteidiger von Christian K. behielt sich Rechtsmittel vor.

Der Prozess gegen Robert I. wurde nach Verlesung der Anklage auf Antrag des Verteidigers von I. ausgesetzt. Die vorsitzende Richterin gab seinem Antrag auf weitere Akteneinsicht statt und schloss den Prozess nach nur einer halben Stunde. Neue Termine für die Verhandlung gegen Robert I. sind noch nicht bekannt.

Die nächsten Verhandlungstage gegen mutmaßliche Täter sind wie folgt terminiert:

14.06.2010 – 9:00 Uhr, 17.06.2010 – 9:00 Uhr gegen Chris R.
01.07.2010 – 9:00 Uhr, 15.07.2010 – 9:00 Uhr gegen Gabriel S.

Alle Verhandlungen sind öffentlich!

 

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