Neue Initiative gegen Nazigewalt im Fußball

„love sports – hate neonazism“ – Unter diesem Motto startet heute eine überregionale Kampagne zur Förderung alternativer Fußballklubs, gegen rechte Gewalt und Rassismus. Hintergrund sind regelmäßige Neonaziattacken vor allem auf Klubs und Fans, die sich offen gegen Rechts engagieren.

Von Johannes Radke

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„love sports – hate neonazism“ – Kampagnenstart

Sportinitiativen fordern gesellschaftliche Mindeststandards im Sportbereich
Pressemitteilung, Berlin den 25. Februar. 2010.

Immer wieder gibt es Sportvereine die angriffen von Neonazis ausgesetzt sind. So traf es zum Beispiel in der laufenden Saison die Roten Stern-Vereine in Leipzig und Lübeck. Unter dem Motto „love sports – hate neonazism“ planen wir das Engagement für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung zu bündeln. Im Jahr 2010 wird es eine Reihe von Aktivitäten geben.

Am 11. Oktober 2009 haben Neonazis bei dem Spiel Roter Stern Lübeck gegen VfB Lübeck III den Hitlergruß gezeigt, Spieler angespuckt und Flaschen geworfen. Am 24. Oktober 2009 beim Auswärtsspiel gegen den FSV Brandis griffen kurz nach Spielbeginn 50 vermummte Neonazis die Spieler und Fans des Roten Stern Leipzigs an und verletzten 3 schwer.

Gerade Teamsport fördert gesellschaftliche Integration und politische Willensbildung. In den Mannschaften wird zusammen gespielt und Gesellschaft gelebt.

Probleme mit den sich Fans und Vereine in der Praxis rumärgern müssen sind in erster Linie:

Platzvergabe: Bei der Vergabe von Platz- und Hallenzeiten darf nicht nur der Erfolg und die Masse der Mitglieder ausschlaggebend sein. Daher fordern wir das die Platzordnungen und Sportanlagennutzungsverordnungen um den Passus von zivilgesellschaftlichen Standards und dem Engagement gegen Diskriminierung erweitert werden.

Raumvergabe in öffentlichen Einrichtungen:
Es ist derzeit so, dass Jugendliche und junge Erwachsene für die Nutzung von Räumlichkeiten Geld bezahlen müssen.

Politische Symbolik in Stadien:
Unverständlich ist, dass Transparente und Zaunfahnen, die sich gegen Diskriminierung und Neonazismus richten aus den Stadien verbannt wurden und werden. Diese politischen Symbole darf man nicht verbieten, sondern sollten eine willkommene Botschaft für ein positives Miteinander sein.

Kollektive Stadionverbote:
Am 30. Oktober 2009 hat der BGH beschlossen, dass Stadionverbote auf Verdacht rechtmäßig sind. Diese kollektive Sippenhaft ist eine verschärfte antidemokratische Maßnahme und ein nicht hinzunehmender Verstoß gegen die individuellen Grundrechte jeden Bürgers.

Die Presseerklärung als pdf.

 

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