Foul gegen Linksaußen. Faul gegen Rechtsaußen.

Es war mal wieder soweit: wohlfeile Worte werden dem versammelten Publikum feilgeboten, wie sonst nur auf Beerdigungen. „Agieren statt reagieren“, „Vernetzung statt Einzelaktionen“ und „konsequentes Vorgehen“ sind die Phrasen des Abends. Worum geht es? Die sogenannten Spitzen aus Sport und Politik wollen mal wieder ihre Absicht unterstreichen, „künftig noch enger und entschiedener gegen jegliche rechtsextremistische Erscheinungsformen vorzugehen.“

Bei der Eröffnungsveranstaltung zur Kampagne ‚Foul gegen Rechtsaußen – Sport und Politik verein(t) für Toleranz, Respekt und Menschenwürde‘ im Januar diesen Jahres ging es also mal wieder um den ganz großen Wurf. [weiter lesen bei der URS Berlin]

“Ich finde im Kontext der WM sollte man das alles nicht so politisch betrachten”

Das sehen wir anders…

… weil es, wenn Deutschland verliert, regelmäßig zu Nationalen-Ausschreitungen, -Diskriminierungen und anderen -Widerlichkeiten kommt
für die WM 2010 hier ein kleiner Überblick

… weil das DFB-Team die Fahne der BRD (Nationalfahne!) als Symbol hat
und nicht wie jeder normale Fußball-Verein sich seine Fahne selbst ausgedacht hat

… weil nicht einfach so jeder in der DFB-Auswahl mitspielen darf
man benötigt leider einen deutschen Pass

… weil die von der Mehrheit als nicht-deutsch identifizierten Spieler bei Siegen gelobt, bei Niederlagen gehasst werden
Und das nur die 2 Seiten einer Medaille aufzeigt, bei welcher nach „guten“, weil erfolgreichen und „schlechten“, weil unerfolgreichen „Migranten“ / „Menschen mit Migrationshintergrund“ / „Nicht-BIO-Deutsche“ unterschieden wird

… weil trotz eines positiven Bezugs auf „unsere Multi-Kulti-Truppe“ vergessen wird, dass Menschen inhaftiert sind und abgeschoben werden

… weil der zur WM 2006 verstärkt aufgekommene Nationalismus sich verfestigt hat und somit auch nach dem Ereignis weiter wirkt, wie die Uni Marburg in einer Studie nachgewiesen hat

… weil nach der WM 2006, als Deutschland im Halbfinale gegen Italien verlor, die Umsätze italienischer Restaurants in Berlin schlagartig für 3 Monate zurück gingen

… weil nach der WM 2006, Wirte und Bundesbürger (die als Italiener ausgemacht wurden), teilweise zum ersten Mal in Ihrem Leben Anfeindungen ausgesetzt waren

… weil die Bundesregierung die WM und EM regelmäßig dazu benutzt, um unpopuläre Entscheidungen zu treffen und umzusetzen
bekommt im Deutschland-Feier-Taumel ja eh niemand mit

… weil wir Politik nicht nur als in Parlamenten vorhanden verstehen, sondern als die tägliche Auseinandersetzung mit sozialen Beziehungen!

Und weil das alles mit diesem Staat, der Geschichte, der Welt und dem Zusammenleben aller Menschen zu tun hat sollte jede Person jedes Fußballspiel, wie auch jede andere Äußerung als durchaus politisch und zusammenhängend betrachten. Fußball findet nicht im luftleeren Raum statt! Daher haben Deutschland-Fahnen, -Farben und sonstiger „Deutschland“-Merchandise nichts bei uns zu suchen. Nicht gestern, nicht heute, nicht morgen.

Vorschlag:
- das DFB-Team entwickelt eine eigene Corporate Identity (Unternehmenspersönlichkeit) mit eigenen Farben, eigenem Logo und eigenem Merchandise
- für jeden Fußballspielenden, der ein Fußballtor aus 11-Meter Entfernung trifft, setzt sich der DFB ein die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten (wenn vom Spielenden gewollt)

 

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